Friedrich Merz

Kandidat für den Vorsitz der CDU Deutschlands

#MerzMail 1

Liebe Unterstützerinnen,
liebe Unterstützer,

morgen jährt sich der Tag, an dem der Vertrag über die Deutsche Einheit in Kraft trat, nun schon zum 30. Mal. Der Jahrestag der Einheit unseres Landes ist ein guter Anlass, diese erste #MerzMail an Sie zu schreiben. Mein Newsletter wird von nun an zwei Mal wöchentlich erscheinen. Ich freue mich, dass Sie dabei sind.

Im kollektiven Gedächtnis unseres Landes verblasst die Zeit der Teilung immer mehr. Die Zahl derer, die Mauer, Stacheldraht und Schießbefehl noch miterlebt und im Osten miterlitten haben, wird von Jahr zu Jahr kleiner. Dies alles ist ein Grund zur Freude und zur Dankbarkeit.

Die Zeit der Wiedervereinigung war begleitet von der Gewissheit, dass Demokratie und Marktwirtschaft nun endgültig nicht mehr aufzuhalten seien. Francis Fukuyama schrieb über das „Ende der Geschichte“, darüber, dass nun auf dieser Welt alle grundsätzlichen Entscheidungen getroffen seien, die Welt des 21. Jahrhunderts eine Welt des Friedens, der Freiheit und der Marktwirtschaft werden wird. Heute wissen wir: In dieser Einschätzung und auch in dieser Hoffnung haben wir uns geirrt. Nicht nur Terrorismus und regionale Konflikte beherrschen unsere Zeit, auch die alten Gegensätze zwischen freiheitlichen und autoritären politischen Systemen brechen wieder auf. Russland entfernt sich immer weiter von einer „lupenreinen“ Demokratie, die es ohnehin nie war, und China geht den Weg in eine Diktatur marxistisch-leninistischer Prägung konsequent weiter. Selbst innerhalb der westlichen Staatengemeinschaft sind wir uns über die Grundlagen unserer demokratischen Ordnung nicht mehr einig. Die zunehmend dysfunktionale Demokratie in den USA und „illiberale“ Demokratien im Osten der Europäischen Union stellen Dinge in Frage, die wir seit 1990 als unstreitig und erledigt betrachtet haben.

Diese politischen Entwicklungen haben Folgen auch für uns: Wir werden die Grundlagen unserer offenen und liberalen Gesellschaften wieder mehr diskutieren und auch verteidigen müssen. Das ist kein Grund zum Pessimismus, im Gegenteil: Gerade am 30. Jahrestag der Deutschen Einheit können und dürfen wir zuversichtlich sein, dass es uns gelingt, die Überlegenheit von Demokratie und Marktwirtschaft für ein menschliches und soziales Miteinander in Deutschland und Europa auch in Zukunft gut zu begründen und die Mehrheit unserer Bevölkerung dafür zu gewinnen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Feiertagswochenende!

Ihr
Friedrich Merz