Offe­ner Brief zur Pres­se­frei­heit an Frank Über­all

Offe­ner Brief vom 17. Febru­ar 2020 an Frank Über­all

Sehr geehr­ter Herr Über­all,

vie­len Dank für Ihren Brief vom heu­ti­gen Tag.

Sie bezie­hen sich auf eine Ver­an­stal­tung des Aache­ner Kar­ne­vals­ver­eins vom 21. Janu­ar in Aachen. Der dort von mir gesag­te Satz „Wir brau­chen die nicht mehr“ stand aus­schließ­lich und erkenn­bar im Zusam­men­hang mit der Ver­brei­tung von Nach­rich­ten über die Social-Media-Kanä­le. Rich­tig ist, dass heu­te jeder­mann in der Lage ist, über sozia­le Medi­en eigen­stän­dig The­men zu set­zen. Mit die­ser Fest­stel­lung habe ich an kei­ner Stel­le die Bedeu­tung einer frei­en Pres­se in Fra­ge gestellt, im Gegen­teil. Ich beto­ne in fast jeder mei­ner Reden die Bedeu­tung und Not­wen­dig­keit der Pres­se­frei­heit, die ich durch ganz ande­re Ent­wick­lun­gen erheb­lich gefähr­det sehe. Und wer mich kennt, weiß, dass ich die Pres­se­frei­heit für eine der Grund­vor­aus­set­zun­gen einer offe­nen und frei­en Gesell­schaft hal­te. Es gibt also kei­ner­lei Not­wen­dig­keit, den Wider­stand des DJV zu orga­ni­sie­ren. Im Gegen­teil, Sie haben mich bei die­sem The­ma immer an Ihrer Sei­te.

Ich freue mich, wenn wir bei Gele­gen­heit über die tat­säch­li­chen Bedro­hun­gen der Pres­se­frei­heit ein­mal In einen Dia­log ein­tre­ten könn­ten.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

Ihr Fried­rich Merz